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Das Leid mit der Leidenschaft

Lilly Grünberg, Jennifer Schreiner



ISBN: 978-3-96000-0600

Ein Ratgeber für Sadomasochisten oder solche, die es werden wollen ... zum Einstieg, zur Fortbildung und um jedem BDSM-Interessierten einen Überblick über Regeln, Handwerkszeug und Sicherheitsvorkehrungen zu geben. Kompetent und humorvoll nehmen die Autorinnen Lilly Grünberg und Jennifer Schreiner den Leser an die Hand und geleiten ihn von den "Anfängen" über "Was will ich überhaupt?" bis hin zu der "Umsetzung seiner Fantasien in die Realität", beseitigen Unsicherheiten und Vorurteile und beleuchten das ganze Spektrum des SM. Lehrreich und unterhaltsam erläutern sie den richtigen Umgang mit sadomasochistischen Spielzeugen, Ritualen und Strafen, damit die Lust am Schmerz auch gebührend genossen werden kann und die Unterwerfung genauso erregend ist, wie das Dominieren. "Das Leid mit der Leidenschaft" ist ein Standardwerk, das (in 11 Kapitel) einen raschen Überblick gibt, aber auch (in 69 Unterpunkten - Lektionen der Lust - ) detailiert alles beschreibt was zum SM gehört und bei allen Techniken und Tips von Bondage, Kontrolle, Petplay und Rollenspiele nie vergisst, dass es beim SM um Hingabe geht, um Liebe und um gegenseitiges Vertrauen.

Einleitung

Warum lieben so viele Frauen das »Fifty Shades of Grey«-Phänomen und brauchen wir wirklich ein weiteres Buch über den »neuen« Trend zum verspielten SM?

1. Der Einstieg

Der Einstieg und Kink vs. Realität

  1. Nur mal probieren
  2. Erste Dates / Wo finde ich Spielpartner?
  3. Covern
  4. 24/7 Beziehungen
  5. Vorbereitung, Grenzen, Safewords, Regeln
  6. Sklavenverträge

2. Spielarten des Kink

Was ist Kink? Und was zur Hölle ist überhaupt Blümchensex?

  1. Werkzeuge für die Lustfolter

  2. Schläge

  3. Bondage

  4. Orgasmuskontrolle, Keuschhaltung

  5. Cyperdomination

  6. Exhibitionismus – Voyeurismus

  7. Fetischismus

  8. Rollenspiele

  9. Würgespiele

3. Selbst-

  1. befriedigung
  2. wahrnehmung
  3. liebe
  4. darstellung
  5. positionierung: Grundpositionen des Sklaven
  6. aufgabe vs. Selbstbestimmung

4. Sexgöttin/Sexgott

Definition, Traumfantasie und Wirklichkeit

  1. Die Kunst des Alltags
  2. Die Kunst des Körperkontaktes
  3. Die Kunst der Sinne
  4. Die Kunst des Küssens
  5. Die Kunst des Einsatzes
  6. Die Kunst der Spielarten

5. Orte

Es gibt sie, die Klassiker …

  1. Outdoor – und trotzdem nicht öffentlich
  2. Swingerclub/SM-Club
  3. Zu Hause
  4. Outdoor – Semiöffentlich (Brennesselfeld)
  5. Hinter Gittern
  6. Im Autokino/Kino

6. Rollenspiele

Was sind Rollenspiele? Wieso spielt man sie? Was haben sie gemeinsam: Ein Dominanzgefälle!

  1. Doktorspiele
  2. Schulspiele/Bürospiele
  3. Rom – Sklaven/Gladiator
  4. Polizist-Gefangene/Räuber und Gendarm/Pirat-blinder Passagier
  5. Vergewaltigungs-/Gewaltfantasien
  6. Tierspiele/PetPartys/Ponyplay/Dogplay/etc
  7. Bartänzerin, Sklavenmädchen, Haremsdame

7. Fesselspiele

Was genau sind alles Fesseln – und warum sollte man sich damit beschäftigen?

  1. Handschellen (Stahlkette, Kabelbinder)
  2. SM-Fesseln (inkl. Spreizfesseln)
  3. Bondagemöbel und Spezielles (Fesselsack, Zwangsjacke)
  4. Hodenfesseln
  5. Plastik
  6. Bondage (auch Fesselrahmen)
  7. Selbstfesselung

8. Strafen

Was ist eigentlich eine Strafe und wozu dient sie?

  1. »Einstiegsstrafen«
  2. »Non-Stop«-Tunnelspiele
  3. erotische Fotos
  4. erotische Fantasien
  5. Ästhetisches
  6. Aufgaben mit Fesselung oder Handycap
  7. Öffentliche Aufgaben

9. Speziellere Spielarten;

  1. Deprivation
  2. Analsex
  3. Natursekt und andere Körpersachen
  4. Fetische (Latex, Atemkontrolle, Füße)
  5. Schlafentzug, Atemkontrolle/Waterboarding
  6. Nadeln, Blut und Dinge für Spezialisten

10. Spielzimmer

  1. Andreaskreuz
  2. Schlagwerkzeuge
  3. Sextoys – Magic Wand
  4. Sextoys – Analplug
  5. Gleitgel
  6. Was die Bastelkiste so hergibt

11. Vorher – Nachher

  1. Sprechen; Wer will was? (mit Einschätzung)
  2. Safeword (Liste Gos und No-Gos)
  3. Absturz abfedern

Empfehlungen: Fachbücher

Empfehlung: Unterhaltungsliteratur

Einleitung

Warum lieben so viele Frauen das »Fifty Shades of Grey«-Phänomen und brauchen wir wirklich ein weiteres Buch über den »neuen« Trend zum verspielten SM?

»Ja«, meinen die Autorinnen Lilly Grünberg und Jennifer Schreiner und wollen dem interessierten Leser/der interessierten Leserin mit diesem handlichen Band eine Schnellübersicht über die wichtigsten Dinge in Bezug auf BDSM geben, um den Einstieg in ein spannendes Subgenre der Erotik zu erleichtern und den Interessierten einen Leitfaden an die Hand zu geben, wie »Pleiten, Pech und Pannen« umschifft werden können.

Schließlich ist das wahre Leben weder ein Ponyhof, noch gibt es an jeder Ecke die Luxusausgabe eines reichen, gelangweilten Playboys. Dazu muss man einfach zugeben, dass in der Realität ganz andere Dinge möglich (und sinnvoll) sind als in den Fantasiegefilden eines Bestsellers.

Dazu kommt, dass in »Shades of Grey« leider keine gängige SM-Beziehung geschildert wird, sondern eine Beziehung, die im wahren Leben ein typischer Fall von Missbrauch wäre: von Spionage-Software auf dem Handy, über die Verschleppung einer Bewusstlosen, Gängelungen und eine – in den Augen vieler Leser – nett verpackte Vergewaltigung. Dazu kommen das Nicht-Einweihen, ohne Safeword spielen und das Nicht-Abfangen nach einer Session.

Wir haben uns natürlich aufgrund dieser Basis gefragt, was dieses Buch trotzdem so erfolgreich macht und woher der »plötzliche« Hype um SM kommt.

Denn SM war schon immer da und auch Bücher über das Thema gab und gibt es in allen Varianten. Hier seien nicht nur die beiden Autorinnen genannt, sondern auch (stellvertretend für viele andere) Sandra Henke, Lilly An Parker, Inka Loreen Minden, die sich schon Jahre vor dem Trend mit der romanhaften Umsetzung von Dominanz und Unterwerfung auseinandersetzten.

Doch erst seit dem Grey-Bestseller scheint SM wirklich in der Öffentlichkeit zu stehen. Wir glauben, das liegt nicht nur an den viel verspotteten lesenden Hausfrauen, sondern auch an der Diskussion, die das Machtwerk von E.L. James entfacht hat. Grundtenor: Ist es politisch korrekt, eine SM-Veranlagung zu haben? Oder konkreter gefragt: Darf eine Frau überhaupt devot veranlagt sein?

Viele Frauenrechtlerinnen sehen in Romanen mit der Rollenverteilung starker, dominanter Mann – unterwürfige, devote Frau eine Gefahr für die Gleichberechtigung und einige Feministinnen gehen sogar in die Richtung, dass es keine Frauen gibt, die von Natur aus devot veranlagt sind.

Das ist natürlich Blödsinn. Genauso ist es Blödsinn zu behaupten, jeder hätte in Bezug auf seine Bettaktivitäten eine devote oder eine dominante Neigung.

Aber durch das Buch kann man das, was vorher vielleicht ein schwelendes Interesse war, nun zur Gänze wecken. Frauen, die sich vielleicht sonst nie mit ihrer eigenen Sexualität, der Erotik oder ihren sinnlichen Wünschen auseinandergesetzt hätten, bekommen hier nun Einblicke in eine neue Form der Lust (was ja generell erst einmal gut ist). Und natürlich wissen die meisten Leser/innen, dass es sich bei diesem Roman um eine fiktive Geschichte handelt, in der man sich einfach fallen lassen und den Alltag vergessen kann. Krimileser bringen ja auch nicht notwendigerweise Menschen um, weil sie das vor wenigen Minuten gelesen haben.

Also liebe Feministinnen, seht es doch einfach sportlich: Ihr habt jahrelang auch für die erotische Freiheit der Frau gekämpft und darum, dass wir unsere Sexualität ausleben dürfen. Wegen euch dürfen wir uns heute hinstellen und unsere eigenen Wünsche ausdrücken und einfordern. Und wenn diese Fantasie heißt »Ich will gefickt werden« oder »Ich liebe das Leid an der Leidenschaft«, dann können sich verklemmte und rückständige Frauen echauffieren oder das machen, was sie doch selbst wollen. Sie können sich über die Gleichberechtigung freuen, über unsere Neugierde und die Lust am Experimentieren.

In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß beim Lesen und eventuellen Inspirieren-Lassen,

Eure Lilly & Jennifer

PS. Weder Verlag noch Autorinnen haften für Verletzungen oder Schäden, die nach oder besser gesagt trotz des Lesens dieses Ratgebers auftreten. Die Verantwortung für alle Spielvarianten, Möglichkeiten und Ideenumsetzungen liegt beim Leser.

1.1 Nur mal probieren

Bücher und Filme wie »50 Shades of Grey«, »Secretary« und »Dein« machen neugierig und wecken die Erlebnisbereitschaft, die eigenen sexuellen Praktiken mit frischem Wind zu beleben. Während die Beschäftigung mit dieser Thematik vor Jahren nur hinter vorgehaltener Hand stattfand, braucht sich heute niemand mehr zu schämen oder zu verstecken, dass ihm oder ihr solche Inhalte gefallen. Erotische Literatur jeglicher Art, so eben auch mit BDSM-Anteilen, kann öffentlich gelesen werden und entsprechende DVDs kauft man nicht mehr nur diskret in Online-Shops, sondern auch ungeniert bei gut sortierten Medienmärkten.

Das bedeutet nicht automatisch, ES auch selbst tun zu wollen. Den meisten Lesern oder Zuschauern genügt es eine Zeitlang in das fremde Geschehen abzutauchen. Falls Ihnen dies aber nicht genügt und Sie doch bereit sind für ein Experiment – warum sollten Sie nicht den Schritt wagen und ausprobieren, was Ihre Fantasie anregt. Spätestens, wenn Sie nachts statt zu schlafen wilde Fantasien entwickeln, es überall am Körper prickelt und Sie von erotischen Schauern überflutet und zur Selbstbefriedigung getrieben werden, sollten Sie ernsthaft darüber nachdenken. Denn diese erste Phase des Sich-bewusst-Werdens stellt im Grunde genommen die Erkenntnis dar, dass Sie für BDSM-Szenarien offen sind. Geben Sie Ihrem inneren Coming-out eine Chance.

Vielleicht sind Sie bei diesem Gedanken sehr aufgeregt und es ist nur natürlich, wenn Sie nicht wissen, wie weit Sie tatsächlich gehen wollen. Aber der Drang es zu tun, kann immer stärker werden und das Gefühl, nicht befriedigt zu sein, wird zur elementaren Qual.

Eine kleine Entscheidungshilfe gegen oder vielmehr für den ersten Schritt soll dabei unser Buch sein. Alle gängigen Praktiken, von zart bis hart, alles was Sie vor dem ersten Mal wissen müssen, finden Sie auf den folgenden Seiten. Und wenn Sie dann beschlossen haben, den Einstieg zu wagen, wissen Sie bestimmt auch schon wie. Der Rest findet sich nach den ersten Erfahrungen.

Nicht unwesentlich für die Umsetzung ist die Frage, wie Ihr aktuelles Leben aussieht und welche sexuellen Erfahrungen oder Gewohnheiten Sie mitbringen? Denn gerade davon möchten Sie sich ja lösen oder diese zumindest mit frischem Wind bereichern. Befinden Sie sich in einer festen Partnerschaft, möglicherweise seit Jahren im festen Hafen der Ehe?

Wenn Sie Ihrem Liebesleben einen Kick verleihen wollen, kommen Sie wohl oder übel nicht drum herum, mit Ihrem Partner darüber zu reden. Bei einem romantischen Ambiente wie einem gemütlichen stimmungsvollen Abendessen oder im Anschluss an gerade stattgefundenen Sex, eng aneinander gekuschelt, fällt es gar nicht so schwer, dem oder der Liebsten zu gestehen, dass Sie gerne mal etwas Neues ausprobieren würden. Ganz unverbindlich, ohne Verpflichtung auf Wiederholung, und in gegenseitigem Einvernehmen.

Falls Ihnen das jedoch schwer fällt und Sie befürchten, nicht die richtigen Worte finden, können Sie auch Zeichen setzen. Ein paar mit Plüsch geschmückte Handschellen und eine hübsche Augenmaske sollte jeder Partner als klaren Hinweis auf den Wunsch zu einem erotischen Spiel verstehen. Kuschelige Bettwäsche, dezenter Raumduft und ein paar farbige Teelichter können der Einstimmung dienlich sein.

Sollten Sie sich gar nicht vorstellen können, neue erotische Wege mit Ihrem Lebensgefährten oder -gefährtin zu beschreiten oder auf Ablehnung stoßen und daher für gewisse Stunden einen neuen Partner in Erwägung ziehen, so bleibt Ihnen nur der Weg offen, dies außerhalb Ihrer Beziehung zu probieren. Vielleicht sind Sie aber sowieso Single, auf der ständigen Suche nach dem großen Glück, oder auch nur oder im Besonderen an einer erfüllten sexuellen Beziehung ohne die Verpflichtung einer festen Partnerschaft interessiert?

Dann recherchieren Sie am besten im Internet nach SM-Partys, SM-Clubs oder auch nach SM-Stammtischen. Solche finden Sie auf jeden Fall in den Großstädten. Bleiben Sie kritisch und vertrauen Sie dem ersten Eindruck. In der Regel stehen Ihnen dort aber erfahrene Leute zur Seite und führen Sie maßvoll in die fremde Welt ein. Dies gilt natürlich auch für Paare, die diesen neuen Weg gemeinsam beschreiten möchten. Ein offenes Gespräch über die eigene Unerfahrenheit, Wünsche und Erwartungen sind in jedem Fall wichtig.

Unser Buch soll Ihnen zum einen dafür das notwendige Vorwissen geben und Sie in übliche Praktiken einführen, damit Sie zumindest theoretisch gerüstet sind. Zum anderen aber wollen wir allen unter Ihnen, die einfach mal selbst frei nach dem Motto »How to do Shades of Grey« sich versuchen wollen, die nötigen Ideen und Mittel vorstellen, mit denen man auch ohne Profis aus der BDSM-Szene sein Sexleben fantasievoll bereichern kann.

Unser Anspruch liegt nicht in der Vollständigkeit, auch wenn wir uns um diese bemühen. Nein, unser vorrangiges Ziel beim Schreiben dieses Buches besteht darin, Ihnen den Spaß an der Sache zu vermitteln, Spaß beim Lesen zu haben und mit einem Prickeln in den Lenden sich auf Neuland zu wagen.