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Sex.com – Amateur Erotikportale

MeliDeluxe



ISBN: 978-3942602242
Warum ein Sex-Amateur ein Vollprofi ist

Sex-Amateure ... Sie sind live und zum Anfassen nahe. Doch was steckt hinter dem Erfolgsgeheimnis dieser Branche und was erleben die jungen Frauen, die täglich online gehen, um die Träume ihrer Kunden zu erfüllen? MeliDeluxe zählt zu den erfolgreichsten und bekannteste Sex-Amateuren Deutschlands. Als einer der aktivsten Shootingstars der Branche (bekannt u.a. durch Stefan Raabs TV Total , ZDFneo, MTV Joko und Klaas , RTL Exklusiv , Sat 1 Focus TV und Die Castingagentur von Sport 1) berichtet sie über Drehs, Chats und Sexmessen. Bei ihren humorvollen Berichten über ihr Leben mit dem Job ; Drehpartner, User und TV-Reportagen, bleibt keine Frage unbeantwortet und kein Auge trocken.

Leseprobe

Prolog

Der Duft von frisch aufgebrühtem Kaffee zog durch meine Wohnung und ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen.
»Schade, dass die anderen krank sind«, meinte Nora.
Ich nickte. Erst vor Kurzem hatte es sich eingebürgert, dass wir vier Mädels uns nach dem Sportkurs noch zu einem Kaffee zusammensetzten. Die Gastgeberschaft ging reihum und jeder konnte sich erst einmal dreimal verwöhnen lassen, bevor die Runde wieder bei ihm landete.
»Ich glaube, in Wirklichkeit waren sie heute nur zu faul zum Sport.« Lachend öffnete ich die Tüten und ignorierte dabei das Ziehen in meinen Armen. Morgen würde ich Muskelkater an Stellen bekommen, von denen ich bis eben nicht einmal gewusst hatte, dass dort überhaupt Muskeln waren. Ich rieb mir über die schmerzenden Stellen und stellte das Gebäck auf den Tisch.
Noch während ich mich fragte, wer das ganze Zeug essen sollte und begonnen hatte, den Kaffee umzufüllen, schrillte das Telefon.
»Verflixt.« Ohne griffbereiten Untersetzer konnte ich die Kanne nicht absetzen.
»Dafür gibt es ja Anrufbeantworter«, meinte Nora, deutete aber an, sie könne auch abnehmen. Ich schüttelte den Kopf. Recht hatte sie.
Tatsächlich sprang die Maschine schon nach dem zweiten Klingeln an.
»Hi Meli. Ich habe gerade gehört, dass es wegen deines Drehs auf der Autobahn zu einem Auffahrunfall gekommen ist«, scholl es durch das Wohnzimmer. Mit einem Satz war ich am Telefon und hatte den Hörer am Ohr.
»Hi, Michaela«, begrüßte ich meine Schwiegermutter.
»Vier Tote, Meli!«
»Welche Autobahn, welcher Dreh und welcher Auffahrunfall?«
»Na, der Dreh von dir und Klaus an der A4.«
»Das ist schon ein halbes Jahr her und es ist weder jemand gestorben, noch hat es einen Unfall gegeben«, beruhigte ich sie. Dabei überlegte ich schon, was ich meiner Freundin sagen konnte, die mich mit großen Augen ansah.
»Aber im Internet heißt es …«
»Ehrlich?«
Ich schaltete den Computerbildschirm ein und griff nach der Tastatur. Im nächsten Moment hielt ich inne. Wenn ich die zeitgleich angegebenen Daten eingeben würde und der Artikel erschien, gab es kein Zurück mehr. Neugierde und Rationalität stritten in mir um die Oberhand. Schließlich gelang mir ein Kompromiss zwischen den beiden und ich schrieb die angegebene Internetadresse auf einen Zettel.
»Und es ist wirklich nichts passiert?«
»Nein Michaela. Alles im grünen Bereich.« Ich musste mir ein Lachen verkneifen. Meine Schwiegermutter war so süß. Als wenn ich ihr vier Tote verschweigen könnte! Ich hatte es ja nicht einmal geschafft, meinen Job zu verheimlichen.
»Kein Unfall, keine Toten«, vergewisserte sie sich noch einmal.
»Kein Unfall, keine Toten, nicht einmal Verletzte – wenn man von einem Splitter in meinem Finger absieht.«
»Dann bin ich ja beruhigt.«
»Ich auch.«
»Vielleicht solltest du diese Berichterstatter verklagen.«
Ich grinste ins Telefon. Bestimmt nicht. Eigentlich müsste ich ihnen sogar Geld zahlen. Einen Unfall und dann auch noch mit vier Toten … bessere Publicity für lau konnte ich doch gar nicht bekommen.
»Sehen wir uns später?«
»Ja, sicher. Wie immer.«
»Dann bis nachher!«
Kaum hatte sie aufgelegt und ich mich umgedreht, schrillte das Telefon abermals. Ich warf einen letzte Blick auf das absolut aufgeregte Gesicht meiner Freundin – sie schien vor Spannung zu platzen – bevor ich abnahm.
»Ja?«
»Hi, Schatz. Hast du dich in letzter Zeit mal im Internet gegoogelt?«
»Deine Ma war schneller: Vier nicht-gestorbene Tote beim nicht-geschehenen Unfall bei meinem schon-längst-vergangenen-Dreh.«
»Och Männo.«
»Hehe …«
»Dann sehen wir uns heute Abend, liebe dich.«
»Ich dich auch.«
Ich legte auf und drehte mich mit angehaltener Luft an. Wenn Nora schon vor Spannung platzte, dann ich erst recht. Denn mir fiel keine Ausrede ein. Nicht eine einzige.
»Also?«
»Was also?« Ich setzte mich an den Tisch und schloss meine Hände um die Kaffeetasse.
»Was für ein Dreh?«
Ich atmete tief ein. Was gleich kommen würde, konnte ich mir lebhaft vorstellen. Nur zu gut erinnerte ich mich daran, wie die letzte neue Bekannte reagiert hatte, als sie von meiner Arbeit erfahren hatte. Aber ich war kein Freund von großen Drumherum-Gerede und wer mich nicht so akzeptierte, wie ich war, konnte mir gestohlen bleiben. Und »zu mir«, dazu zählte eben auch mein Job. Das hatte ich bisher immer so gehalten und damit war ich stets gut gefahren.
»Ich bin CamGirl und drehe auch Erotikclips.«
Einen Moment lang sah mich Nora mit großen Augen an. Ich hielt den Ausdruck auf ihrem Gesicht für Erschrecken – bis sie endlich ihre Stimme wiederfand. »Cool.«
»Cool?« Ich hatte mit vielem gerechnet. Mit Zweifel, Vorurteilen, Anschuldigungen und sogar mit einer Freundschaftsaufkündigung, so wie es Tanja getan hatte. Aber mit cool?
»Ja, sicher. Also … irgendwie zumindest.« Sie sah mich von der Seite an und jetzt schlichen sich doch Zweifel in ihre Miene. Aber auch Neugierde. »Aber du bist glücklich?«
»Ja.«
»Und David weiß es?«
Jetzt musste ich lachen. »Natürlich.«
Sie sah erleichtert aus. Ein Umstand, der mich ebenfalls sehr erleichterte.
»Also sind alle eingeweiht?«
Ich zuckte mit den Achseln. »Da gab es nicht viel zum Einweihen. Es ist mein Job, ich liebe ihn. Nicht mehr und nicht weniger.«
»Aber du musst zugeben, dass es … anders ist«, sie biss in einen Keks und schüttelte den Kopf. Dann lachte sie. »Vier Tote … wow … du musst ja eine Wirkung haben.«
Sie lachte leise und ansteckend. Es tat gut. Zwar reagierten die meisten Menschen positiv auf meinen Job – oder zumindest nicht negativ. Aber gebranntes Kind scheute eben doch das Feuer und Tanjas Reaktion hatte im ersten Moment schon wehgetan. Schließlich war ich ja kein anderer Mensch geworden und mit mir ins Bett gehen musste sie ja auch nicht.
»Erzähl mal: Was machst du? Und wo? Und was ist mit deiner Familie, deinem Mann? Wer guckt das? Und du drehst mit anderen? Und die Autobahn?«
»Das sind ganz schön viele Fragen auf einmal.«
»Dann erzähl von vorne.« Nora lehnte sich gespannt nach vorne und sah auf die Uhr. »Wir haben Zeit.«
»Von vorne?« Oh wow, da kam sogar ich ins Grübeln, obwohl es meine eigene Vergangenheit war.
»Jedes kleine Detail«, bestätigte sie.
»Also … im Anfang schuf Gott Himmel«, zitierte ich, »und …«
Nora knurrte leise und ich entschied mich dafür, vielleicht doch nicht ganz am Anfang anzufangen – nur an meinem.

Aller Anfang

Ich stand auf und holte unter Noras wachsamem Blick den Laptop zum Küchentisch und gab die Internetadresse ein, die meine Schwiegermutter mir eben genannt hatte. Doch statt sofort auf die Adresse zu gelangen, öffnete sich ein Fenster auf der Seite.
»Blödes Pop-up«, motzte Nora.
»Nein, eigentlich genau das Richtige«, widersprach ich.

Denn genau damit hatte nämlich alles angefangen. Zumindest meine Karriere als Erotikdarstellerin. Aber darauf komme ich später zurück.
Eigentlich hatte ich nämlich nie vorgehabt, eine Erotikdarstellerin, Sexikone oder dergleichen zu werden. Ich bin nicht eines Tages aufgestanden und habe mir gedacht: Hei, wow. Heute ist mir danach, die neue Gina Wilde zu werden. Und Bock Ficken habe ich irgendwie auch. …

Erste Usertreffen

Meine Homepage war fertig, ich war auf vielen Foren aktiv und hatte meine Stamm-User. Immer häufiger wurde die Frage nach Treffen laut. Einige User schlugen mir in regelmäßigen Abständen vor, sich mir für Clips zur Verfügung zu stellen.
Da ich von anderen Amateuren wusste, dass sie solche Treffen anboten und diese Filme generell gut liefen, fing ich an, mit dieser Idee zu liebäugeln. Das wäre doch auch einmal etwas anderes, als immer noch allein oder mit David vor der Kamera zu stehen.
Ich entschloss mich dazu, auf das Drängen eines meines vehementesten »Verehrers« einzugehen. Herr Jonssen, dessen Avancen zwischen Schmeichelei (»Du bist die Schönste, Beste, die Einzige … ich will DICH) und Erpressung (»Deine Kauf-mein-Video-Botschaft ist Erpressung, das melde ich dem Portalbetreiber.«) rangierten, war zwar wirklich kein Hübscher – aber eindeutig interessiert und mehr als Willens, sein Glück vor meiner Kamera auszuprobieren. Und wer so penetrant war, würde doch auch gut penetrieren können.
Außerdem sollten sich Hartnäckigkeit und Hoffnung im Leben doch auch ab und zu auszahlen, oder nicht?
Als Jonssen dann am vereinbarten Zeitpunkt tatsächlich vor meiner Tür stand, war mir nach »oder nicht«. Lassen Sie es mich mit dem Wort »urgs« beschreiben. Mein zweiter Gedanke war: »Der ist ja noch schlimmer als auf den Bildern.«
Und Bilder rochen auch nicht.
Aber jetzt war er da und ich zu aufgekratzt, um noch einen Rückzieher zu machen. Außerdem war alles vorbereitet. Meine Wohnung aufgeräumt, das Abendessen (ja, ich verwöhne meine Fickfreunde) gekocht und angerichtet und ich (dank meiner Vorarbeit) »spitz wie Nachbars Lumpi«.
Obwohl einiges von meinem ursprünglichen Elan tatsächlich schon beim ersten Anblick – bzw. Einatmen – verflogen war. Insgesamt war Herr Jonssen ein ganz Komischer. Er hatte sogar sein Arbeits-Lap-Top mitgebracht und während David und ich das Licht für den Dreh arrangierten, bearbeitete er Steuerunterlagen (ungelogen!)
Erregte ich ihn nicht, oder musste er sich ablenken, um nicht allein bei dem Gedanken an Sex mit mir zu kommen?
Ich wusste es nicht – und wollte es ehrlich gesagt auch nicht mehr wissen.
Stattdessen schickte ich ihn erst einmal duschen. Und tat so, als gehöre das selbstverständlich bei mir dazu. Dabei ging ich doch davon aus, dass es selbstverständlich ist, vor einem Sex-Besuch zu duschen – und sich zu waschen – und zu rasieren – und überhaupt!
Schließlich gingen wir zum Drehen über. Doch der vehemente Herr Ich-rieche-Jonssen erwies sich nicht nur als äußerst unkreativ, sondern wusste auch gar nichts mit sich selbst – oder mir – anzufangen.
»Jetzt fasse mich doch mal an!«, raunzte ich leise, erreichte aber nur, dass er mechanisch mit seinen Händen meine beiden Brüste umschloss und sie als Steuerung missbrauchte. Ich erinnerte mich an Loriots Familienbenutzer. Aber das konnte ich einem Drehpartner ja schlecht sagen. Also schlug ich ihm vor, mich doch ein wenig mit den Fingern zu verwöhnen. Dreißig Sekunden später war ich trocken wie die Wüste Sahara. Selbst seine Spucke, als er mich schließlich leckte, konnte daran nicht mehr viel ändern.
Der plötzliche Gedanke, ich sei vielleicht seine erste Frau, setzte sich in meinem Gehirn fest und ließ sich nicht mehr abschütteln.
Obwohl ich mein Bestes gab, um mir nicht anmerken zu lassen, wie wenig mir der das unbeholfene Gefummel brachte und wie sehr ich hoffte, dass der Clip trotzdem gut wurde, bemerkte mein Kameramann David meine »ich lasse es über mich ergehen«-Einstellung.
»Und jetzt dreh sie mal um und fick sie«, wies er Jonssen an und verdrehte die Augen, so dass nur ich es sehen konnte. Tatsächlich tat Jonssen alles, was ihm gesagt wurde. Aber er stellte sich dabei so blöde an, dass es schon beinahe an absichtlicher Sabotage grenzte. Ich MUSSTE einfach seine erste Frau sein – anders konnte ich es mir nicht erklären.
Aber jetzt genug von Jonssen … den will ich nämlich schnell wieder verdrängen.