Büchner, Barbara

„Wenn ich mal das ganze Alphabet kann, werde ich Schriftstellerin“, erklärte ich in der ersten Klasse Volksschule meiner Direktorin. Und dabei bliebs. Schreiben wollte ich und nichts anderes. Und ich wusste auch schon genau, was: Gruseliges!
Unser Haus, vor allem unser Dachboden, war gestopft voll mit Büchern, und dort saß ich Stunden lang und las mit der Taschenlampe. Es war ein wüster Haufen Bücher, ererbt von einem halbdutzend verstorbener Verwandter, und ich möchte nicht sagen, dass sie alle qualititativ hochwertig waren. Aber mich interessierte nur eines: zum Fürchten mussten sie sein. Richtige schöne alte Schauerromane.
Kein Zombie-Horror, keine Bussi-Bussi-Vampire, keine Kettensägenmassaker. Stattdessen haben mich – außer Altmeistern wie H.P.Lovecraft und E.A.Poe – sehr stark die viktorianischen Gruselgeschichten inspiriert, vor allem M.R. James und sein Kreis, die Benson Brüder, Arthur
Conan Doyle, Sheridan Le Fanu und die vielen „Damen der schwarzen Romantik“. Inspiriert haben mich aber vor allem auch authentische Krimininal – und Spukfälle, die ich immer wieder mit dichterischer Freiheit einarbeite – siehe z.B. „Das Totenhaus von Gremlington Village“.
Und, ja: Ich fürchte mich vor meinen eigenen Kreationen. Das muss sein. Man kann keinen Leser das Fürchten lehren mit Dingen, die einen selber nicht ängstigen. Was soll so´n Werwolf, beispielsweise? Ist doch auch nur ein Wauwau, und ich hab drei große Hunde.

 

Titel

  • Lionel – der Löwenmensch