Das Autismus Spektrum

Als ich das erste Mal eine Gruppe zum Thema Autismus besucht habe, war es der erste Satz des Abends, der mir nicht nur im Gedächtnis geblieben ist, sondern auch alles beschreibt, was man sich zum Thema immer wieder vor Augen halten muss: „Wer einen Autisten kennt, kennt auch nur einen Autisten.“

Verallgemeinern gilt nicht. Denn nur, weil es für den einen Autisten zutrifft, stimmt es beim nächsten noch lange nicht. Autismus ist nämlich genau so individuell, wie jeder einzelne von uns und viele Erwachsene Autisten verweigern sich dem „Krankheitsbegriff“, weil ihr Autismus untrennbar mit ihnen verbunden ist.

Generell ist Autismus in der internationalen Klassifikation (ICD 10) als „F84, tiefgreifende Entwicklungsstörung“ zu finden.

Sie umfasst drei Merkmale, die alle Varianten des Spektrums gemeinsam haben: Die soziale Interaktion ist beeinträchtigt, die Verarbeitung von Umwelt- oder Sinneseindrücken ist eingeschränkt und es gibt Schwierigkeiten in der sprachlichen Kommunikation oder im Verstehen anderer Menschen.

Die Bandbreite der Beeinträchtigung schwankt hier von sehr leicht und kaum wahrnehmbar bis hin zu extremen Auffälligkeiten. Und nicht jeder der oben genannten drei Punkte ist immer gleich schwer betroffen. Es kann sein, dass ein Autist kaum in seiner sprachlichen Interaktion auffällt, dafür aber in seiner sozialen Kompetenz.

Ein Umstand, der die Unterscheidung zwischen den Autismusarten noch zusätzlich erschwert, denn dadurch ist die jeweilige „Unterdefinition“ meistens auch nicht klar abgegrenzt sondern fließend. Aus diesem Grund werden inzwischen alle Varianten unter dem Begriff „Autismus-Spektrum-Störung“ zusammengefasst.

Zu diesem Spektrum gehören:

der frühkindliche Autismus (F 84.0)

der atypische Autismus (F 84.1)

das Asperger Syndrom (F 84.5)