Kindergarten

Der erste Schritt in die Eingliederung in die Gesellschaft beginnt mit der Selbstständigkeit, die ein Kind im Kindergarten erlernt. Auch bei autistischen Kinder ist dies ein wichtiger Schritt und ein Aspekt, den man bei er Auswahl einer geeigneten Kindergartengruppe im Auge behalten sollte. Hier kann man eine speziell geschulte Tagesmutter auswählen, einen integrativen Kindergarten oder einen heilpädagogischen Kindergarten.

Eine speziell geschulte Tagesmutter hat den Vorteil, dass sie eine sehr kleine Gruppe betreut und auf jeden individuell eingehen kann. Dadurch, dass sie meist allein arbeitet, können sich hier allerdings Probleme ergeben, wenn eines der Kinder ein autismustypischen Kommunikationsproblem hat, verbunden mit einem ebenso typischen Meltdown. Hier ist eine zweite Person in der Nähe schon eine sehr große Hilfe.  

In einem integrativen Kindergarten, der Kinder mit Autismus oder anderen Handycaps und „Normkonforme-Kinder“ betreut, findet sich geschultes Personal vor, welches auch mit den Herausforderungen umgehen kann, die mit Autismus einhergehen. Allerdings ist der Betreuungsschlüssel hier 1:7 (Ein Kindergärtner auf sieben Kinder) oder höher.

Andere Fachkräfte, die besondere Fähigkeiten des Kindes schulen, etwa Ergotherapeuten, Logopäden oder Physiotherapeuten, müssen entweder in diese Einrichtungen kommen oder die Eltern müssen nach dem Kindergarten Initiative zeigen.

Auch spezialisierte Kindergärten, etwa eine heilpädagogische Einrichtung oder ein Sprachheilkindergarten sind sehr geeignet. Hier ist meist bereits räumlich auf die verschiedenen Bedürfnisse der unterschiedlichen Kinder und ihrer Handycaps eingegangen worden. Es gibt Ruheräume, Kuschelräume, Sporträume und Orte, an denen sich das reizüberflutete Kind zurückziehen kann. Aber auch „Entdeckungszonen“ wie in einem Regelkindergarten. Zum Beispiel Lesezonen oder Klettergerüste.

Hier befinden sich die Therapeuten meist direkt vor Ort oder werden in den Alltag des Kindergartens eingebunden, was die Eltern sehr entlastet. Auch autistischen Kindern kommt diese Regelung sehr entgegen, denn im Grunde braucht ein Autist immer die gleichen überschaubaren Strukturen. Dies gilt sowohl für die Umgebung als auch für die Aktivitäten. Häufige Wechsel würden den Betroffenen nur überfordern.

Merke: „Es gibt nicht die eine geeignete Einrichtung die für jedes autistische Kind perfekt ist. Notwendig ist immer das Suchen von individuellen Lösungen und eines flexibles Zusammenspiel von vielen Faktoren.